Guardini Professur für Religionsphilosophie und Theologische Ideengeschichte

Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2013/2014

 

Prof. Dr. Ugo Perone

Das Gefühl. Eine religionsphilosophische Untersuchung

Vorlesung

Es wird oft behauptet, dass die Philosophie lediglich ein Werk der Vernunft ist, ein Unternehmen, das die Gefühle ausschließt oder nur am Rande betrachtet. Jedoch haben sehr oft auch Gefühle eine grundlegende Rolle gespielt. Schon zu Beginn der Philosophie in der Antike beschreibt die Philosophie sich selbst als eine Form des Staunens. In der Vorlesung geht es nicht darum, unterschiedliche Gefühle phänomenologisch aufzulisten, sondern vielmehr typologisch jene Grundgefühle zu untersuchen, die entscheidend für eine gewisse Zeit gewesen sind und zu erörtern, welche Bedeutung sie für das Verständnis der jeweils verwendeten Vernunft bekommen haben. Vom Staunen in der Antike bis zur Angst in der Moderne wird diese Entwicklung anhand einschlägiger philosophischer Autoren, auch mit Berücksichtigung der Bedeutung des Gefühls für die religiöse Erfahrung, dargestellt. U.a. sollen folgende Autoren berücksichtigt werden in der Vorlesung: Platon (Politeia), Descartes (Die Leidenschaften der Seele/Les passions de l’âme), Kierkegaard (Johannes Climacus oder De omnibus dubitandum est), Schleiermacher (Über die Religion), etc. Darüber hinaus werden begleitend zur Vorlesung anthologische Texte auf moodle zur Lektüre bereit gestellt.

 
Sören Kierkegaards "Der Begriff Angst"

Seminar

Das Seminar bietet eine kommentierte Lektüre von einem der wichtigsten Werke Sören Kierkegaards (1813-1855): „Der Begriff Angst“ (1844). Dies wird Anlass geben zu einer weiterführenden Untersuchung über Entstehung und Krise des Subjektes in der Moderne, u.a. anhand der Philosophie Michel Foucaults.

 

 

Dr. Silvia Richter

Lektürekurs Teil II zu Rosenzweigs "der Stern der Erlösung"

Übung

Im zweiten Teil des Lektürekurses, der sich als Fortsetzung des im Sommersemester begonnenen Lektürekurses von Franz Rosenzweigs (1886-1929) religionsphilosophischen Hauptwerk „Der Stern der Erlösung“ (1921) versteht, werden wir insbesondere Teil Zwei und Drei eingehend lesen und erklären. Hierbei werden wir u.a. Rosenzweigs Begriff der Offenbarung, seine Sprachphilosophie, die damit verbundene spezifische Erkenntnistheorie sowie Rosenzweigs Wahrheitsbegriff näher analysieren und sie in dem Gesamtkontext seines Konzepts eines „Neues Denkens“ verorten. Darüber hinaus widmen wir uns dem Verhältnis von Judentum und Christentum im „Stern der Erlösung“ und der Bedeutung des Werks für den jüdisch-christlichen Dialog heute.

Neu hinzukommende Teilnehmer sind herzlich willkommen!