Guardini Professur für Religionsphilosophie und Theologische Ideengeschichte

Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2017/2018

 

 

Prof. Dr. Ugo Perone

 

Modelle der Religionsphilosophie

 

Vorlesung, Di 16-18 Uhr, Raum 013 in der Theologischen Fakultät

 

Obgleich die Philosophie das Thema der Religion seit ihren Anfängen behandelt hat, ist die Ausprägung einer spezifischen Fachdisziplin, genannt Religionsphilosophie, dennoch neueren Datums. Vor dem Hintergrund der grundlegenden Modelle von Kant, Schleiermacher und Hegel, die kurz skizziert werden, konzentriert sich die Vorlesung auf die Entwicklungen des 20. Jahrhunderts und stellt hierbei gegenüber die phänomenologische Methode (Otto, Scheler), die existentielle (Heidegger, Jaspers, Marcel), die hermeneutische (Ricoeur, Pareyson) sowie die Einflüsse der jüdischen Tradition (Rosenzweig, Levinas). Im Fokus des Interesses steht dabei aufzuzeigen, welche Einwirkung auf die Philosophie eine religiöse Ausrichtung hat und welche Bereicherung für die religiöse Dimension ein philosophischer Ansatz bietet.

Die Vorlesung ist thematisch konzipiert für zwei Semester und wird im Sommersemester 2018 fortgeführt.

 

Italienische Philosophie der Gegenwart

 

Seminar, Mi 14-16 Uhr, Raum 117 in der Theologischen Fakultät

 

Ausgehend von dem unten genannten, kürzlich auf Englisch erschienenen Sammelband, der ausgewählte italienische Philosophen der Gegenwart vorstellt in Form von Gesprächen, die Einführungen bieten in den jeweiligen kulturellen und philosophischen Werdegang der Autoren, möchte das Seminar Einblicke geben in die verschiedenen Strömungen der zeitgenössischen italienischen Philosophie.

Interessenten werden gebeten sich in der vorlesungsfreien Zeit anzumelden bei Herrn Maxim Roozen (E-Mail: roozenma@hu-berlin.de) um eine Sammelbestellung des englischen Buches vorzubereiten.

 

Silvia Benso (Hg.), Viva Voce: Conversations with Italian Philosophers (SUNY Series in Contemporary Italian Philosophy), State University of New York Press, 2017.

 

 

 

Dr. Silvia Richter

 

Moses Mendelssohn und die jüdische Aufklärung

 

Seminar, Fr 14-16 Uhr, Raum 117 in der Theologischen Fakultät

 

Der deutsch-jüdische Philosoph Moses Mendelssohn (1729-1786) steht am Beginn des modernen Judentums und beeinflusste mit seinen Schriften sowohl die deutsche als auch die jüdische Aufklärung (Haskala). Als Vorbild für Lessings „Nathan der Weise“ (1779), mit dessen Autor ihn eine tiefe Freundschaft verband, verkörperte er den Toleranzgedanken der Aufklärung, dem er auch politisch Ausdruck gab durch sein Engagement für die Judenemanzipation, wie es durch Mendelssohns Vermittlung in Ch. W. von Dohms „Über die bürgerliche Verbesserung der Juden“ (1781/83) erstmals in Preußen grundlegend formuliert wurde. In der Lehrveranstaltung soll es daher nicht nur um Leben und Werk Mendelssohns gehen, sondern darüber hinaus auch der Diskurs zur Emanzipation der Juden im Fokus stehen.

Die Veranstaltung wird für Studierende der Theologie als Übung, für Studierende der Philosophie als Seminar angeboten.

 

Moses Mendelssohn, Schriften über Religion und Aufklärung, hg. v. Martina Thom, Union Verlag, 1989.  

Dominique Bourel, Moses Mendelssohn. Begründer des modernen Judentums – eine Biographie, Ammann Verlag, 2007.

Christoph Schulte, Die jüdische Aufklärung – Philosophie, Religion, Geschichte, Ch. Beck Verlag, 2002.