Guardini Professur für Religionsphilosophie und Theologische Ideengeschichte

Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2019

Vorlesung – Prof. Ugo Perone

Zeit und Ort: Dienstag, 16-18 Uhr, Hörsaal 013, Fak. für Theologie, Burgstr. 26, 10178 Bln. 

Titel:  Utopie – zwischen radikaler Immanenz und eschatologischer Chiffre                       

           (Utopia – between radical immanence and eschatological cipher)

 

Das, womit sich die Philosophie beschäftigt, ist vielleicht im Grunde ortlos. Ist es also eine Utopie? Und ist sie das im Sinne einer rationalen Transkription des Eschatons oder als eine Radikalisierung der Immanenz?

Die Vorlesung möchte dieser theoretischen Fragestellung nachgehen, unter Rückbezug auf explizite theologische Bezüge, und möchte dabei ein weites philosophiegeschichtliches Spektrum präsentieren: von Platon bis zu den neueren Entwicklungen der Utopie-Thematik bei Ernst Bloch. Darüber hinaus werden auch die berühmten Abhandlungen über den Begriff der Utopia von Thomas Moore in der Zeit der Renaissance im Fokus stehen, aber auch Denker wie Tommaso Campanella und Francis Bacon sollen berücksichtigt werden, ohne dabei die Varianten Kants zu dieser Thematik, u.a. in Bezug auf sein Reich der Zwecke, außer Acht zu lassen.

Die in der Vorlesung behandelten Texte werden während des Semesters im Internet via Moodle zur Lektüre bereitgestellt. 

 

 

Seminar – Prof. Ugo Perone

Zeit und Ort: Mittwoch, 16-18 Uhr, Raum 117, Fak. für Theologie, Burgstr. 26, 10178 Berlin

Titel: Les pensées von Blaise Pascal. Eine moderne Apologie des Christentums

         (Les pensées by Blaise Pascal. A modern apology of Christianity)

 

Der französische Mathematiker und Philosoph Blaise Pascal (1623-1662) ist stark von den Motiven Descartes’ einer sich selbstbegründeten philosophischen Vernunft beeinflusst und dabei gleichzeitig unzufrieden über die daraus resultierenden religiösen Konsequenzen einer solchen Reduktion. Im Zuge dessen erarbeitet Pascal eine komplexe und vielschichtige Apologie des Christentums, die, obwohl in einer fragmentarischen Form, nichtsdestotrotz eine bewusste Alternative zu Descartes darstellt sowie einen Vorschlag für einen modernen Weg zur Religion, der auch für uns heute nichts von seiner philosophischen und theologischen Relevanz verloren hat.

Als Textausgabe empfohlen: Blaise Pascal, Gedanken. Über die Religion und einige andere Themen, hg. v. Jean-Robert Armogathe, Reclam, 1997.

 

 

Übung / Seminar – Dr. Silvia Richter

Zeit und Ort: Montag, 18-20 Uhr, Hörsaal 013, Fak. für Theologie, Burgstr. 26, 10178 Bln.

Titel: Stadt und Religion – eine interdisziplinäre Annäherung

         (City and Religion – An interdisciplinary approach)  

Schon in weniger als einer Generation werden 70 Prozent der Weltbevölkerung in Städten leben. Die daraus resultierende Nähe einer Vielzahl von unterschiedlichen sozialen und kulturellen Hintergründen wird neue Anforderungen an die Gesellschaft herantragen, die auch Konsequenzen für die Religionen haben werden. Das Seminar versucht vor diesem Hintergrund einen Querschnitt der Vielgestaltigkeit des sozialen und religiösen Lebens in den Städten in historischer und aktueller Perspektive aufzuzeigen, jeweils verbunden mit Architektur und Stadtplanung.

Die Veranstaltung ist begleitend konzipiert zur Ringvorlesung „Religion in urbanen Lebenswelten“ der Guardini Stiftung, so dass alternierend zu den Seminarsitzungen verschiedene Gastreferenten*innen eingeladen werden: Zum Auftakt wird am 6.5. der international renommierte iranische Architekt Kamran Diba, der u.a. das Museum für Zeitgenössische Kunst in Teheran entwarf, vortragen; die Schweizer Soziologin Irene Becci wird am 20.5. das Zusammenspiel zwischen Gesellschaft, Religion und Stadtplanung vertiefen; der jüdische Religionswissenschaftler Daniel Krochmalnik beleuchtet am 3.6. die Thematik von Stadt und Land aus historisch-biblischer Perspektive; abschließend wird die katalanische Theologin Teresa Forcades am 17.6. die religiösen Motive der Problematik in den Fokus nehmen.

Die Veranstaltung wird für Studierende der Theologie als Übung, für Studierende der Philosophie als Seminar angeboten. 

 

Literatur:

Zur Einführung: Harvey Cox, Stadt ohne Gott?, aus dem Amerik. v. W. Simpfendörfer, Stuttgart 1968; Ders., Religion in the secular city: toward a postmodern theology, New York 1984; Reza Shirazi, Contemporary Architecture and Urbanism in Iran: Tradition, Modernity, and the Production of “Space-in-between”, Berlin 2018.

 

Blockseminar – Prof. Ugo Perone / Dr. Silvia Richter

Zeit und Ort:  17. und 24. April von 14.00 bis 16.00 Uhr, in Raum 117, Fak. für Theologie, Burgstr. 26, 10178 Berlin

Titel:  Ende der Moderne? Perspektiven auf eine Zeit des Umbruchs 

          (The end of modernity? Perspectives on a time of changes) 

 

Die Moderne bezeichnet eine historische Zäsur deren Auswirkungen bis heute in zahlreichen Lebensbereichen zu spüren ist: die industrielle Revolution, Kapitalismus, Aufklärung und Säkularisierung haben Umbrüche ausgelöst, deren Probleme und offene Fragen unsere Gesellschaften bis heute prägen. Welche Antworten kann die Philosophie hierauf heute geben?  

Das Ziel dieses Blockseminars ist es, Studierenden die Möglichkeit zu geben über dieses Thema in Austausch zu treten mit internationalen Nachwuchswissenschaftler*innen sowie etablierten Forscher*innen aus Litauen, Italien und Deutschland, um gemeinsam neue Perspektiven zu erarbeiten. Das Blockseminar besteht aus einer Tagung, die am 8.-9. Februar 2019 stattfinden wird, sowie aus zwei Terminen am 17. und 24. April in denen die Themen der Tagungsbeiträge vertieft und interdisziplinär reflektiert werden.

Ein Besuch beider Veranstaltungen, Tagung und Seminartermine, ist verbindlich. Anmeldungen bitte an Dr. Silvia Richter, Emailadresse: gunosmail@gmail.com